Fahrradfahren – in dem Verkehr?!

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Ich stand am Morgen (10.11.) auf meinem Balkon und schaute auf die Straße runter. Der Verkehr wurde immer dichter und ich war am überlegen ob ich wirklich hier Fahrrad fahren wollte. Hmmm,  irgendwann musste ich halt mal damit anfangen, es sollen ja noch ein paar Kilometer folgen. Also was soll’s, Fahrrad aus dem 5. Stock runter getragen und den Verkehr noch mal ein, zwei Minuten beobachtet. Jetzt gab es kein zurück mehr! Einfach in die Pedale treten und plötzlich war ich mitten drin im Gewusel. Gut, drei- vier-hundert Meter habe ich schon gebraucht, aber dann war ich in meinem Element. Es macht so viel Spaß in diesem Verkehr mit dem Fahrrad zu fahren! Man kann jede Lücke nutzen die einem die Autofahrer lassen und ist damit sicher doppelt so schnell. Sicherheitsabstand ist nicht vorhanden, aber das passt schon, es gibt es halt mal keine Sicherheit. In Deutschland Fahrrad zu fahren erscheint mir als langweilig, weil alles geregelt ist und Sicherheit immer an erster Stelle liegen soll. Hier passt man halt auf und gut ist.

Ich mache mich als erstes auf den Weg zum Hauptbahnhof, um mir ein Zugticket nach Luxor zu kaufen. Nach ca. 1 Stunde Anstehen wurde mir gesagt, dass Touristen kein „normales“ Zugticket bekommen, nur für den Schlafwagenzug (6-7x so teuer). Nach ein paar Minuten Diskussion dann die Info, dass man das Ticket doch auch an einem Automaten kaufen könne. Nach 4 mal Ausprobieren gab ich gefrustet auf. Dann mach ich das halt Morgen – dachte ich mir.

Als nächstes hatte ich mir vorgenommen das islamische und koptische Viertel anzuschauen. Bis zu 1400 Jahren alt ist das islamische Viertel und heute zum Teil ein Markt.  Mir wird wieder überall versucht etwas zu verkaufen, aber ich treffe auch viele nette Leute. Meine Kamera erregt manchmal mehr Aufmerksamkeit als mir lieb ist, aber ich bekomme so auch ein paar nette Bilder von Menschen (eigentlich nicht so meine Sache). Als ich zurück zum Fahrrad komme sehe ich das jemand versucht hat, die Zahlenkombination zu knacken. Naja, das Fahrrad ist ja noch da.

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Aber jetzt, ich kaufe mir doch mal was zutrinken. Ein Liter Cola für ca. 0,75€, dass ist schon in Ordnung.

Am Abend gehe ich wieder raus, ich liebe diese Nachtleben hier. Es ist immer was los und man kann an so vielen kleine Straßenständen Essen kaufen.

Da der Verkehr kein Problem mehr darstellt, fahre ich am nächsten Tag zu den Pyramiden. 16 Km die mir wieder richtig viel Spaß machen. Was genau so Klasse ist? Dass ich Ecken zu sehen bekomme, die man sonst eben nicht sieht. Kleine Märkte, Gassen und Straßen in denen das Leben pulsiert.

Bei allem Spaß hier zu fahren, man muss sich aber schon auf den Verkehr konzentrieren. Irgend wann schau ich wieder mal hoch und sehe plötzlich die erste der großen Pyramiden. Wahninn, einfach nur gigantisch. Das haut einen echt um. Ich fahre bis zum Eingang der Pyramiden. Dem Angebot, mir in einer Kutsche das Gelände anzuschauen und einen Führer zu haben, entkomme ich nicht. Das führt aber zu ein paar netten Bildern von mir und ich habe die Gewissheit, dass mein Fahrrad halbwegs sicher ist. Nur genießen kann ich es trotzdem nicht, da es einfach zu viele Leute gibt, dir mir irgend etwas verkaufen wollen und so ganz sicher bin ich mir mit dem Fahrrad dann auch wieder nicht. Es ist aber natürlich trotzdem ein besonders Erlebnis und beeindruckend sowieso.

Der Abend verläuft wie immer, ich gehe raus, erkunde ein bisschen die Gegend und esse etwas. Lasse das leben hier auf mich wirken und beobachte die Menschen.

Am nächsten Tag: Es gibt zwei Sachen die man in Kairo gehen haben muss! Die Pyramiden, klar und das Ägyptische Nationalmuseum welches heute auf meinem Plan steht. Einen Weg wie ich nach Luxor komme brauche ich aber auch noch, da ich definitiv kein Zugticket für den normalen Zug bekomme.

Das Ägyptische Museum ist beeindruckend, da es voll von Statuen, Mumien, Särgen, Schriftrollen und Dingen aus der Zeit der Pharaonen ist. Leider wird Vieles aber angefasst und das Museum auch nicht richtig sauber gehalten, Afrika halt.

Das Problem mit dem Transportmittel nach Luxor muss ich nun noch klären. Ich denke mir, dass ich mal in meinem Hostel nachfrage. Auf dem Weg zurück zum Hostel werde ich mal wieder angesprochen, von zwei Jungs. Wir reden ein bisschen und ich erkläre Ihnen mein Problem. Sie fragen mich daraufhin, warum ich nicht den Bus nehme. Ich denke mir, warum eigentlich nicht? Sie zeigen mir wo das Busunternehmen seine Tickets verkauft und kurze Zeit später habe ich dann tatsächlich mein Ticket. Ich soll zwar noch 100 LE zusätzlich für mein Fahrrad zahlen aber gut, kann man halt nichts machen.

Abends packe ich mein Gepäck, um am nächsten Morgen zum Bus zu fahren. Ich frage mich durch, welcher Bus der nach Luxor ist und dann habe ich auch bald mein Fahrrad und Gepäck verpackt. Wegen den Extrakosten für mein Fahrrad sage ich erstmal nichts und mir wird gesagt, dass das Fahrrad 50 LE extra kostet und ich denke mir: alles richtig gemacht. Fernbus fahren in Ägypten ist wirklich klasse. Die Busse entsprechen dem deutschen Standard und es gibt sogar Essen und Trinken, das von einem dritten Mitarbeiter (neben zwei Fahrern) gebracht wird.

Die Fahrt durch die Wüste ist klasse und ich genieße es wieder blauen Himmel zusehen. Am Abend kommen wir dann in Luxor an, davon berichte ich dann aber morgen…

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