Kairo – der erste ganze Tag

Es geht mir erstmal nicht anders als den meistens Touristen, denn die Zeit vergeht im Flug. Fünf Tage in Kairo und 4 in Luxor sind schon wieder vorbei. Jetzt bin ich am nördlichen Zipfel des Nasser Stausees in Assuan und um viele Erfahrungen reicher. In den kommenden Tagen werde ich weitere Berichte zu den letzten Tagen nachtragen.

Aber alles der Reihenfolge nach. Nachdem ich erst um 3 Uhr am Montagmorgen ins Bett kam, habe ich erst einmal schön ausgeschlafen. Nach einem mittelmäßigen Frühstück im Hostel, beschloss ich den ersten ganzen Tag für einen Spaziergang durch Kairo zu nutzen. Ich machte mich mit meiner Kamera auf und nahm Kurs auf den Tahrir-Platz. Das Symbol des Kampfes für die Demokratie ist zum größten Teil ein großer Kreisel, nichts besonderes also. Ich knipste ein paar Fotos und lief weiter in Richtung Nil.

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Kurz bevor ich über die Brücke laufen wollte, kam mir ein Mann entgegen und sprach mich, als er schon fast an mir vorbei war, an und sagte, dass ich besser nicht hier über die Brücke gehen solle. Es gäbe weiter vorne eine Ansammlung von Menschen und die Polizei sei auch schon da. Ich antwortete, dass ich sowieso erst am Nil entlanglaufen möchte und fragte, wo man besser laufen könne, Richtung Süden oder Norden. Der Mann erklärte mir den Weg und wie das eben in einer so großen und komplett fremden Stadt ist, war ich mir nicht ganz sicher gewesen, wohin ich jetzt genau gehen sollte. Kein Problem. Der Mann führte mich ein paar Meter, dass lag ohnehin auf seinem Heimweg. Nach 200 Metern blieben wir vor einem Souvenirladen stehen und er lud mich dorthin ein. Er ist nicht nur Künstler, sondern auch Ladenbesitzer. Mir wurde ein Tee gebracht und ein Bild auf Papyrus geschenkt. Er musste weiter zu seinem nächsten Lande, aber sein Bruder wollte, dass ich seine Arbeit bewertete. Er zeigte mir weitere handgemalte Bilder auf echtem Papyrus. Er fragte nach denen, die mir gefielen. Da ich nicht unhöflich sein wollte, tat ich ihm diesen Gefallen, auch wenn ich immer misstrauischer wurde. Wir redeten weiter und nachdem er zwei Bilder mit den Namen meiner Eltern auf Arabisch beschriftet hatte, wurde es erst richtig interessant. Das sollte ein Mitbringsel für meine Eltern werden, das ich aber erst einmal bezahlen sollte. Gott sei Dank, hatte ich das meiste Geld in meinem Geldgürtel versteckt und deswegen nur 18 LE (gut 2€) plus 10$ im Geldbeutel. Wir verhandelten (auch wenn ich im Nachhinein gar nicht weiß warum, weil ich sowieso nichts aufs Fahrrad mitnehmen werde) und letztendlich kam ich dann mit dem einem (eigentlich geschenkten Bild) für 18 LE davon. Gut, einen Tee und eine Lehrstunde bekam ich auch noch dafür, also war der Deal gar nicht so schlecht. Es ist trotzdem immer wieder beeindruckend, wie raffiniert diese so genannten Schlepper vorgehen. Ich bin nicht dumm und habe auch schon von dieser Vorgehensweise gehört. Das war aber so raffiniert gemacht, dass ich an meinem ersten Tag in Ägypten dieser nicht entkommen konnte. Das es sich nicht um echte Handarbeit oder echtes Papyrus handelte wurde mir in den nächsten Tagen klar, da mir immer wieder die gleichen Bilder angeboten wurden und mir mehrmals von unabhängiger Seite gesagt wurde das es sich um Bananenpapier handelt.

Etwas genervt lief ich an den Nil und plötzlich sah ich einen Vogel vor mir fliegen. Hä? Was? Mit Wildlife habe ich hier nicht gerechnet, aber es war tatsächlich ein Eisvogel, der hier sein Jagdrevier hat. Ich schaute ihm ein paar Minuten beim Jagen zu. Da ich dann aber endlich über den Nil wollte, lief ich über die Brücke, vor der mich der Mann gewarnt hatte. Doch an der Brücke war natürlich gar nichts. Ich ließ die Stadt auf mich wirken und hatte genug Zeit, auch mal in die kleinen Gassen zu gehen. Es ist eine riesige Stadt, die meiner Meinung nach aber nicht wirklich schön ist. Nach einem 6 stündigen Ausflug war ich platt und machte eine kleine Pause im Hostel.

Mir fiel plötzlich auf, dass ich das letzte Mal richtig am Münchner Flughafen etwas getrunken und gegessen habe. Also ging ich in der Nacht wieder raus und aß lecker an einem der unzähligen Straßenläden. Es war eine Art Hotdog, bloß mit einem richtigen (kleinem) Stück Fleisch. Zwei davon für nur 2,5 LE, dass war billig und ich musste nicht mal um den preis feilschen, was mir sehr gefiel. Vier bis sechs machen sogar satt, d.h. Abendessen für knapp 1€. Ich hatte trotzdem keine Lust mehr um Trinken zu fragen und eventuell zu feilschen und ließ es dann einfach bleiben.

Am ersten richtigen Tag in Kairo hatte ich schon viel erlebt. Ich wurde fast über den Tisch gehauen, hatte schöne kleine Märkte gesehen und lecker gegessen. Viele nette Menschen getroffen aber auch solche die nur an mein Geld wollten. Alles in allem aber trotzdem ein guter Start in Ägypten.

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2 Kommentare

  1. Kann ich nicht mit dienen, habe es in Kairo im Hostel gelassen. Ich kann halt nichts mitnehmen und schon garnicht sowas. Ein Bild habe ich aber auch nicht davon gemacht.

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